Wasserschutzpolizei Pirna

1. Preis nach VgV

Der Neubau für die Wasserschutzpolizei in Pirna wird nahezu an gleicher Stelle wie die bisherige Bootshalle errichtet. So gliedert er sich in die bisherige Uferbebauung längs zur Elbe ein. Durch den Abriss der beiden Bestandsgebäude und einer geringfügigen Verkleinerung der Gebäudetiefe im Vergleich zur bisherigen Bootshalle wird der Abflussquerschnitt der Elbe verbessert. Dies sind nach unserer Erfahrung aus vergangenen Projekten die Grundlagen für ein sicheres Genehmigungsverfahren. Durch die Positionierung des Neubaus in Richtung Bahnlinie wird ein großer Bereich des Grundstücks für potentielle Erweiterungen oder zukünftige Baumaßnahmen freigehalten. Das Gebäude ist in seiner kompakten, zweigeschossigen Rechteckform ideal an die Gegebenheiten des Grundstückes angepasst, indem es strömungsgünstig im Hochwasserbereich liegt und gleichzeitig eine hohe Effizienz im Grundriss bietet.
Das Gebäude wird in einer einfachen, schnell zu errichtenden und hochwasser-resistenten Bauweise hergestellt.

In Flussrichtung wird der Bereich des Treppenraums, sowie das erdgeschossige Büro mit Empfang aus wasserundurchlässigem, kerngedämmtem WU-Beton in Fertigteilbauweise errichtet. Dieser Bereich fungiert im Hochwasserfall als „Prellbock“ und „Anker“ sowie gleichzeitig als hochwassersicherer Bereich im Erdgeschoss.
Zudem gewährleistet der massiv ausgeführte Bauabschnitt die Aussteifung des gesamten Gebäudes und vereinfacht die nachfolgende Konstruktion der Halle und des Obergeschosses mit geringen Baustelleneinrichtungen.

Daran schließt die Boots- und Werkstatthalle in Skelettbauweise mit vorgefertigten Stahlbetonstützen an. Der Bereich zwischen den Stützen mit einem Achsmaß von 6,40m wird mit großzügig öffenbaren Stahltoren geschlossen. Diese können jeweils auf ganzer Länge geöffnet werden, um die acht Boote und Trailer sowie gleichzeitig vier Autos zu parken. Die maximierte Öffnung gewährleistet eine ausreichende Rangierfläche für zügiges Parken und Abholen der Trailer. Im Hochwasserfall wird die Halle geöffnet und die Tore feststehend gesichert, so kann sie ohne zu erwartende Schäden von der Flut durchströmt werden. Durch die ausschließliche Nutzung von robusten Materialien wie Stahl und Beton im hochwassergefährdeten Erdgeschossbereich ist das Gebäude nach dem Hochwasser leicht zu reinigen und schnell wieder in den Normalbetrieb zu bringen. Größere Schäden sind aufgrund der durchdachten Materialauswahl und der deren Abdichtung auch bei Jahrhunderthochwassern nicht zu erwarten.

Die Decke über dem Erdgeschoss wird durch ein optimiertes, leicht zu montierendes Holz-Tragwerk realisiert. Dieses besteht aus 6,40m spannenden Fachwerkträgern in Längsrichtung über den Toren, sowie quer über die Halle spannenden, flacheren Brettschichtholzbindern. So ist es möglich die Bootshalle, entsprechend
der Anforderungen, komplett stützenfrei zu realisieren. Die lichte Höhe im Inneren beträgt fünf Meter und die Einfahrtshöhe wird mit 4,50m hergestellt. Das Holztragwerk ist komplett oberhalb von HQ200 angeordnet und wird Material schonend genau auf die auftretenden Lastfälle dimensioniert und ausgeführt.

Das Obergeschoss befindet sich auf +6,00m über der Oberkante Gelände und ist somit komplett hoch-wassersicher. Hier befinden sich die Umkleiden und Büros, sowie die Haustechnik, welche zum teilautarken Betrieb des Gebäudes im Hochwasserfall notwendig und im Obergeschoss geschützter ist. Dieser Bereich wird in leichter und nachhaltiger Bauweise als optimierter und vormontierter Holztafelbau errichtet. Somit kann die Bauzeit auf ein Minimum reduziert werden und eine hohe Ausführungsqualität der Bauelemente ab Werk gewährleistet werden.

Vor dem Gebäude im Norden wird in Stromrichtung eine Rampe, sowie eine Außentreppe an der Westseite angeordnet. Somit ist das Obergeschoss auch im Hochwasserfall von außen zugänglich und ermöglicht ein anlanden auf der Rampe. Im Normalbetrieb gewährleistet der Balkon mit Rampe und Treppe kurze Wege und im Brandfall den zweiten Rettungsweg.

Als oberen Abschluss hat das Gebäude ein nach Süden abfallendes Pultdach mit größerem Dachüberstand.
Die Ausformung des Daches hat mehrere Vorteile für diesen Entwurf. So erhalten die ausschließlich in Richtung Elbe ausgerichteten Büros eine großzügigere Raumhöhe und können das Licht optimal ausnutzen. Der Dachüberstand schützt gleichzeitig die Fassade vor Witterung, fungiert als passiver Sonnenschutz und als Vordach für den Balkon im ersten Obergeschoss und die Fahrzeughalle im Erdgeschoss.
Die Dachausrichtung hat zusätzlich ein optimales Potential für eine Photovoltaik-Belegung und könnte somit einen großen Anteil für ein energieautarkes Gebäude liefern.
WAPO Pirna
- rohdecan
WAPO Pirna
Schnitt und Ansicht
WAPO Pirna
Grundriss Erdgeschoss
WAPO Pirna
Isometrie
WAPO Pirna
Konstruktionsisometrie
WAPO Pirna
Lageplan
WAPO Pirna
Reaktion auf Elbehochwasser