Lehr- und Laborgebäude der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden
AUSLOBER
Freistaat Sachsen vertreten
durch SIB NL Dresden II

PROGRAMM
Labore, Lehre, Werkstätten, Büros, Seminar

BGF 17.100 qm
GBK 62.820.000 € brutto

LEISTUNG
1. Preis, Planungswettbewerb mit Bewerbungsverfahren RPW
LPh 1-9 HOAI

Rohdecan Architekten

NACHHALTIGKEIT
BNB Zertifikat GOLD

2017-2024

Der neue Lehr- und Laborgebäudekomplex der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden vervollständigt harmonisch die orthogonale Struktur des bestehenden Campus. Der L-Förmige, viergeschossige Hauptbaukörper und die zweigeschossige „Krone“ präsentieren sich als beeindruckende Elemente in der großmaßstäblichen Komposition entlang der Strehlener Straße und Andreas-Schubert-Straße. Während der Hauptbaukörper in seiner Geschossigkeit und städtebaulichen Positionierung an die Grundhöhe des Campus anknüpft, stellt die „Krone“ nicht nur einen markanten städtebaulichen Akzent dar, sondern auch ein selbstbewusstes Gegenüber zur imposanten Höhenentwicklung des Zentralgebäudes, ohne jedoch dessen Dominanz zu untergraben. Lokale Gegebenheiten, wie die Leitungsführung an der Straßenecke, die den Ausschnitt für den Eingang bildet, und die Integration in den Bestand, werden im Neubau geschickt berücksichtigt, sowohl städtebaulich als auch räumlich, um die vorhandenen Qualitäten zu unterstreichen und zu vervollkommnen.

Organisatorisch wurde die Herausforderung gelöst, die vielfältigen
Anforderungen von sieben unabhängigen Instituten bzw. Nutzern in einem gemeinsamen, multifunktionalen Gebäude optimal zu strukturieren. Die Grundrissaufteilung dieses „Universalgebäudes“ orientiert sich an den Prinzipien Funktionalität, Flexibilität und Kommunikation. Während Lehr- und Laborräume in einem breiteren Gebäudeflügel mit einer Dreibund-Struktur untergebracht sind, dient der schmalere nördliche Flügel hauptsächlich einer variablen Büronutzung. Grundsätzlich ist jede Funktionseinheit im Wesentlichen auf einem Geschoss angesiedelt. Die verschiedenen Lehrbereiche sind über eine zentrale Mall im Inneren des Laborflügels erschlossen und miteinander vernetzt. Der gleichbleibende Wechseltakt von Zugängen und Schächten verleiht den Seitenwänden der Mall das Flair einer Ahnengalerie. Statt königlicher Porträts schmücken hier jedoch die besten Abschlussarbeiten und Präsentationen zu Forschungs- und Lehrarbeiten die Wege und Kommunikationsbereiche. Die Lehrkabinette im 5. Stock formen hingegen eine galerieartige Enfilade mit Oberlichtern, wobei die Gänge selbst Teil des Raumes werden. Die zentralen Ausstellungsflächen sind an der kommunikativen Haupttreppe in der „Krone“ mit Blick auf die Stadt angeordnet.

Die kompakte Bauweise, das dadurch entstehende günstige A/V-Verhältnis und die effiziente Grundrissorganisation bilden die Eckpfeiler für eine wirtschaftliche Lösung. Die Anordnung und Dimensionierung der Fensterflächen in der Fassade optimiert das Verhältnis von sommerlicher Aufheizung zu Tageslichtausbeute sowohl in den Funktions- als auch in den Kommunikationsbereichen. Das Fassadenbild folgt einer regelmäßigen, plastischen Rasterstruktur, die sich aus den inneren Strukturprinzipien des Gebäudes ableitet. Die präzise angeordneten Metallelemente fügen sich in ihrer Größe und champagne- bis goldbronzenen Farbstimmung harmonisch zwischen Zentralgebäude und Bibliothek ein und verbinden so die drei Gebäude zu einem harmonischen Ensemble. In ihrer gestalterischen Ausführung interpretiert die architektonische Fassade die Formensprache des Prager Kubismus als Ergebnis von Faltung und Fügung. Durch die Füllung der Rasterfelder mit Fenstern, Toren oder Lüftungselementen erhält das Gebäude ein elegant technoides Erscheinungsbild als Verweis auf seine innere Funktion.

Die Technikzentralen für alle Gewerke und Medien sind zweigeschossig unterirdisch untergebracht, wodurch die Dachfläche als „fünfte Fassade“ für Photovoltaik und als Versuchsfläche genutzt werden kann. Die realisierten Raumgrößen der Technikbereiche sowie Schachtflächen bieten räumliche Reserven für Erweiterungen im Sinne des erfüllten BNB-Gold-Standards.
HTW U-Gebäude
Eingang Andreas-Schubert-StraßeFoto Till Schuster
HTW U-Gebäude
FassadenansichtFoto Till Schuster
HTW U-Gebäude
TreppenhausFoto Till Schuster
HTW U-Gebäude
MaschinenraumFoto Till Schuster
HTW U-Gebäude
Arbeitsräume Fachbereich DesignFoto rohdecan
HTW U-Gebäude
TreppenhausFoto rohdecan
HTW U-Gebäude
Eloxierte MetallfassadeFoto rohdecan
HTW U-Gebäude
Lageplanrohdecan